Manhattan

04.05.2020

Quelle: Studiokanal

In Los Alamos, New Mexico soll die erste Atombombe der Welt gebaut werden: 1942 wird das sogenannte „Manhattan-Projekt“ unter der Leitung von Physiker J. Robert Oppenheimer von der US-Regierung ins Leben gerufen.

Das Setting der 2014 erschienenen Serie ist staubig und authentisch, irgendwo in der Wüste. Auf ein paar Quadratkilometern gibt es weltweit die höchste Dichte an Wissenschaftlern und an Juden. Die U.S. Army hat alles fest im Griff. Los Alamos ist keine Stadt sondern ein stadtähnliches „Gefängnis“. Zwei Forscherteams konkurrieren im Wettlauf um die Fertigstellung der ersten Bombe, Thin Man. Allerdings, niemand darf darüber sprechen. Die Wissenschaftler nicht mit ihren Frauen, nicht mit den Familien außerhalb von Los Alamos, nicht mit den Mitgliedern der anderen Teams, die Angehörigen der Army sowieso mit niemandem. Klaustrophobische Enge, räumlich, geistig und moralisch; paranoide Angst um Karrieren, um Männerfreundschaften, vor Spionen. Doch hinter den Fassaden gibt es natürlich Menschliches und das in Hülle und Fülle, Ehebruch, Geheimnisverrat, Hochstapelei, Alkohol, psychotrope Pilze, bigotte Christelei, Psychosen, lesbischen Sex – und Lügendetektoren.

Die Figuren sind fiktiv, die „historischen Besetzung“ wie J. Robert Oppenheim oder Wilhelm Heisenberg bleiben unsichtbar. Über die Bombe, über Waffentechnik und Naturwissenschaft, über Erwägungen in der Außenpolitik der USA, über den Kriegsverlauf erfährt der Zuschauer wenig. Insofern bleibt „Manhattan“ ein Kammerspiel innerhalb der Kern.Familie. Mit Sorgfalt ausgestattet und meist dunkel inszeniert, mit vielen whiskeytrinkenden Männern mit Hüten und in Dreiteilern. Von manchem fällt es dem Beobachter schwer zu glauben, dass er ein genialer Mathematiker, Physiker oder Thermodynamiker ist. Und während die Jungs um die Weltrettung oder endlich ein paar Mikrogramm Plutonium kämpfen, legen die Frauen interpretieren die Regeln zu ihren Gunsten und brechen aus: in den Fernzug zu den Eltern, in ein Verhältnis mit der Kollegin, in Widerstand zu den Eltern, die die Tochter nicht nach New York zum Studium gehen lassen wollen.

Sehenswert, mit Abstrichen.

 
 

Öffnungszeiten Zentralbibliothek

Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag

10-18 Uhr
10-18 Uhr
12-18 Uhr
10-18 Uhr
10-18 Uhr
10-14 Uhr

 
 

Datenschutzhinweis

Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Schriftarten, Karten, Videos oder Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Datenschutzinformationen