Francesca Melandri - Eva schläft

13.04.2020

Quelle: Verlag Klaus Wagenbach

In der ersten Woche als die Bibliothek geschlossen wurde wollte ich eigentlich mit den Reisevorbereitungen für unseren Urlaub in Südtirol beginnen. Nun ist ja aus bekannten Gründen daraus nichts geworden. Deshalb habe ich es mir in meinem Lesesessel gemütlich gemacht.

Passend zu unserem ursprünglichen Vorhaben nach Südtirol zu fahren, habe ich mir von der italienischen Autorin Francesca Melandri den Roman „Eva schläft“ ausgesucht.
Eva, Anfang vierzig, reist mit dem Zug von Südtirol bis in den äußersten Süden Italiens, um einen Mann, der im Sterben liegt noch einmal zu sehen. Es ist Vito Anania, der einzige Mann, der Evas Mutter Gerda aufrichtig geliebt hat und für Eva ein Vater hätte sein können.

Während der Zugfahrt durch ganz Italien erinnert sie sich an ihre Kindheit in Südtirol. Geschrieben in der ICH-Form erfährt der Leser die historischen Hintergründe aus der Zeit als Südtirol Italien angegliedert wurde (1919) bis in die Gegenwart. Man erlebt während der Zugreise mit der Protagonistin ihre Familiengeschichte eingebettet in die zeitgeschichtlichen Ereignisse Südtirols. Gleichzeitig wird dem Leser mit der Zugfahrt die Schönheit der abwechslungsreichen Landschaft Italiens vor Augen geführt.

Evas Kindheit ist geprägt von der unerschütterlichen Liebe der Mutter zu ihrer Tochter und den politischen Unruhen. Bombenattentate der Südtiroler Freiheitskämpfer und die darauffolgende drastische Reaktion des italienischen Staates drohten in den 70 er Jahren sich zu einem Bürgerkrieg zu entwickeln.

Südtirol ist ein beliebtes Reiseziel wegen des milden Klimas, der Natur, Kunst und Kultur, doch man weiß kaum etwas über die konfliktreiche Geschichte der nördlichsten Provinz Italiens.

 „Eva schläft“ ist ein fesselnder Roman über Familien, die für ein besseres Leben hart gearbeitet haben.  Man liest eine ergreifende Liebesgeschichte und man erfährt viel über die historisch-politische Bedeutung dieser wunderschönen Urlaubsregion.

 

 

 
 

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