In die Röhre geguckt

10.04.2020

Quellen: www.tmdb.org

Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen bestimmen aktuell unseren Alltag. Wie passend, dass eines meiner liebsten Filmgenres das Kammerspiel ist: Wenige handelnde Personen auf kleinem Raum. Die Dialoge und das Schauspiel stehen im Vordergrund. Eingetaucht wird häufig in die Psyche und Emotionen der Figuren. Manchmal liegt der Fokus aber auch auf dem cleveren bzw. mutigen Umgang mit einer speziellen (Extrem-)Situation.
Aus dem reichhaltigen Fundus der Filmwelt möchte ich Ihnen drei Favoriten vorstellen, in denen Personen auf engem Raum isoliert sind. Unter www.werstreamt.es können Sie nachschauen, welche Streamingdienste diese Filme aktuell anbieten.

Breakfast Club (1985)
Kultfilm der damaligen Teenager-Generation, der ganz im Zeichen von Rollenbildern und dem Erwachsenwerden steht.

Fünf Jugendliche müssen in der Schulbibliothek nachsitzen und sollen einen Aufsatz darüber schreiben, wer sie sind. Natürlich hat darauf niemand Lust und so gilt es, sich die Zeit anderweitig zu vertreiben. Blöd nur, dass die Schüler anfangs nichts miteinander anzufangen wissen, repräsentiert jeder von ihnen doch scheinbar eine andere Lebensweise: der Streber, der Sportler, die Schöne, die Introvertierte, der Rebell.
Je mehr sich die Jugendlichen allerdings aufeinander einlassen, desto mehr stellen sie fest, dass sie von ähnlichen Ängsten, Sorgen und Problemen getrieben werden. Und somit wird beim Nachsitzen nicht nur Blödsinn veranstaltet, sondern tatsächlich den Fragen nachgegangen, wer wir sein wollen, wer wir sein sollen und wer wir wirklich sind.
Fragen, die auch als Erwachsener immer noch ihre Gültigkeit haben.

All Is Lost (2013)
Dieser Film kommt quasi ohne Dialog aus. Dafür gibt es umso mehr Schauspiel vom hervorragenden Robert Redford zu bewundern. Die Story ist schnell zusammengefasst: Ein Segelboot auf dem Indischen Ozean. Ein herumtreibender Container, der ein Loch in den Rumpf reißt. Ein einsamer Skipper, der fortan ums Überleben kämpft.
Ob Frustration, Angst oder Hoffnung, Redfords Mimik erzählt eindringlich und ausführlich vom aktuellen Gemütszustand des Protagonisten. Zugegebenermaßen habe ich keine Ahnung vom Segeln aber die Darstellung, wie er versucht die Probleme der sich immer weiter verschlimmernden Lage zu lösen, erschienen mir stets realistisch und logisch. Nichts würde einem Survivalfilm mehr Schaden, als wenn man zusähe und sich ständig über die (Nicht-)Handlungen des Hauptcharakters ärgern würde.

Die zwölf Geschworenen (12 Angry Men - 1957)
Ein Justizfilm, der nicht wie üblich im Gerichtssaal, sondern ausschließlich im Beratungsraum der Geschworenen spielt. Diese namengebenden zwölf Männer haben sich zurückgezogen, um über das Urteil in einem Mordprozess zu entscheiden. Erst, wenn sie zu einem einstimmigen Ergebnis gekommen sind, dürfen sie den Raum verlassen.
Die Schuld des Angeklagten scheint eindeutig bewiesen worden zu sein aber wider Erwarten stimmt einer der Geschworenen (Henry Fonda) für unschuldig. Seine Begründung: Durch die Todesstrafe steht immerhin ein Menschenleben auf dem Spiel und man müsse sich doch wenigstens die Zeit dafür nehmen, die vorgebrachten Zeugenaussagen und Beweise zu hinterfragen. Die Anderen lassen sich nur ungern darauf ein aber tatsächlich stellen sich im Verlauf einige Ungereimtheiten heraus. Nach und nach gelingt es Henry Fonda durch geschickte Argumentation das vorgefertigte Meinungsbild zu kippen.

Der Film zeichnet sich durch brillante Dialoge aus. In den hitzigen und persönlichen Diskussionen werden die unterschiedlichen Charakterzüge und Vorurteile der Geschworenen zu Tage gefördert. Obendrein ist er ein exzellentes Beispiel für Gruppendynamiken.

 
 

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