„Ein Weiser, ein Kaiser und viel Reis" - Ferienveranstaltung in der Stadtbibliothek

23.07.2020

Schach

Der Turm steht in der Ecke,
Der Springer nebenan,
Der Läufer steht daneben,
Bewacht den Königsmann.
Beim König steht die Dame,
Ein Läufer rechts von ihr,

Der Turm steht in der Ecke,
Links ist das Springertier.
Davor da stehen Bauern,
Acht Stück, ich hab gezählt,
Das Spiel, es kann beginnen,
Ich habe weiß gewählt.

(Unbekannt)

 
 

Sieben Jungs und ein Mädchen wollten es in der heutigen Ferienaktion ganz genau wissen, wieviel Reis der Kaiser einem Weisen voreilig versprochen hatte, nachdem ihm der Weise ein neuartiges Brettspiel mit 64 Feldern anfertigte.

Nach einer Legende verlangte ein Kaiser im fernen China von den Bauern so viel Reis, dass sie selbst nicht satt wurden und hungern mussten. Alle Bitten halfen nicht, den Kaiser umzustimmen.

Ein Weiser, der hoch oben auf dem Hügel lebte, half den Bauern. Mit einem neuen Brettspiel besuchte er den spielbegeisterten Kaiser und lies ihn gewinnen. Der war davon so angetan, dass er ihm zur Belohnung die Erfüllung eines Wunsches gewährte.

Der Weise erbat sich ein Reiskorn für das erste Feld, zwei für das zweite, vier für das dritte, acht für das vierte und so weiter. Der Kaiser wurde ganz wütend, weil er glaubte dass der Weise nur einen Sack Reis als Belohnung wollte. Dabei sei er, der Kaiser, doch ein unermesslich reicher Mann.

Doch seine Hofmathematiker kamen auf ein anderes Ergebnis als ein Sack Reis.

Die Kinder konnten selbst in einem kleinen Experiment nachspüren, wie man sich verschätzen kann.

In einen Stoffbeutel haben wir eine Hand voll Reis gegeben. Dann sollten die Kinder erfühlen wie viele Reiskörner schätzungsweise sich in dem Beutel befinden. Diese Zahl haben sie auf einen Zettel notiert. Die Schätzung reichte von 50 Körnern bis 350. Anschließend haben sich alle an der Zählung beteiligt. Alle staunten über die tatsächliche Anzahl von mehr 1700 Reiskörnern.

 
 

Aber wie viele Säcke Reis musste der Kaiser als Belohnung dem Weisen geben?

Das Geheimnis wurde in einem kleinen Filmbeitrag gelüftet. Die Reiskörner von allen 64 Feldern des Schachbrettes würde ganz Deutschland mit einer 1 Meter hohen Reisschicht bedecken.

Staunende Anerkennung gab es für Moritz, der die Zahl richtig benennen konnte.
Wir Erwachsenen hätten gegoogelt, um diese unfassbare Größenordnung von
18 446 744 073 709 551 615
aufsagen zu können.

Würde man diese Reismenge auf Schiffe von 20 Metern Länge und mit einem Fassungsvermögen von je 100 Tonnen laden, bräuchte man 9 Milliarden Frachtschiffe. Aneinandergereiht hätten sie eine Gesamtlänge von ca. 180 Millionen Kilometern. Die Schiffskolonne wäre damit länger als die Entfernung zwischen Erde und Sonne.

Wissen zum Staunen, Märchenhaftes in Wort und Bild, Schätzen und Zählen, alles zusammen war für die Ferienkinder ein kurzweiliger Ausflug in die Welt des Königsspiels „Schach“.

 
 

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